Silvestershow als Lehrfilm für Aerosole

· Verwaltung & Stadtrat · 5 Min. Lesezeit · Artikel 136 von 497

#Chemnitz#Corona#Gesundheit#Presse

Das öffentlich-rechtliche Bildungsfernsehen präsentiert in der ZDF-Silvestershow[1] vor dem Brandenburger Tor eindrucksvoll, wie Aerosol-Übertragung über im Raum schwebende Mikrotröpfchen funktioniert. Die Tanzenden tragen den "Mund-Nasen-Schutz", der bei körperlicher Belastung Mund und Nase allenfalls vor Kälte, aber nicht vor der Übertragung von Viren schützt. Dieses modische Accessoire wird auch gern von lockdown-verordnenden Politikern in Landesfarben bei Besuchen an der Front getragen[2]. Sehr gut sieht man im Video wie anderswo auch, dass vermeintliche Schutz dazu verleitet, Mindestabstände nicht einzuhalten, weil man sich und andere geschützt fühlt.

Nun wurde eben dieser in medizinischen Kreisen bislang unbekannte "Mund-Nasen-Schutz", gern auch selbstgenäht, im Frühjahr dieses Jahres erfunden, um über den Mangel an geprüften Schutzmasken hinwegzutäuschen[3]. Aerosol-Übertragung wurde, wenn auch schon bei Grippe längst als Übertragungsweg[4] nachgewiesen, genau wie asymptomatische Übertragung von ausgewiesenen Fachleuten in den Bereich des Unmöglichen verdammt[5] und von der WHO erst im Juli 2020 nach einem Protestschreiben mehrerer hundert Wissenschaftler anerkannt[6].

Ein halbes Jahr später wird noch immer keine dringende Empfehlung ausgesprochen, wenigstens FFP2-Masken zu tragen, obwohl mittlerweile unzählige Händler in guter Qualität und ausreichender Menge chinesische Ware liefern könnten und auch der eine oder andere einheimische Produzent innovative Lösungen bietet. Stattdessen windet man sich, FFP2-Masken wären schwerer zu bedienen und ausschließlich medizinischem Personal vorbehalten, was ausgemachter Unsinn ist. Es scheint, als solle hier der kollektive Glaube erhalten werden, man habe bislang das Richtige getan. Der Sommer kommt ja bald.

[1]https://www.zdf.de/show/willkommen-2021/videos/feiern-sie-silvester-mit-dem-zdf-104.html
[2]https://image.saechsische.de/954x636/a/k/akpv5kz5imrirn4hvcsyclrns337dpie.jpg
[3]Das RKI weist darauf hin, dass es beim MNS wissenschaftliche "Hinweise" auf einen Fremdschutz gibt und ein Eigenschutz wissenschaftlich nicht belegt ist https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Mund_Nasen_Schutz.html Eine Auswertung von 172 Studien https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31142-9/fulltext ergab keine einzige randomisierte und kontrollierte Studie, die den Kriterien für hinreichende wissenschaftliche Evidenz entsprechen würde, die eine Schutzwirkung nachweisen. Neben Erfolgsnachweisen im Labor erschien die DANMASK-19-Studie mit dem Ergebnis, dass die Schutzwirkung in der Praxis marginal zu sein scheint https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M20-6817
[4]https://www.aerzteblatt.de/blog/88697/Husten-und-Niesen-nicht-erforderlich-Grippe-Viren-werden-durch-einfache-Atemluft-uebertragen In Fachkreisen geht man davon aus, dass 500-1000 Virionen für eine Infektion ausreichen, wobei ein Hustenstoß oder Niesereignis bereits 200 Millionen Viruspartikel freisetzen können - in dem Fall führt eine Rückhalten von 50% der Ausgestoßenen durch einen MNS nicht zu 50% weniger Infektionen
[5]In einem internen Schulungsvideo vom 12.3.2020 des Klinikums Chemnitz erklärt Dr. med. Thomas Grünewald, jetzt Leiter der sächsischen Impfkommission, Aerosol-Übertragung als nicht relevant https://youtu.be/F7hGW2-o5V4?t=1979
[6]https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-who-erkennt-aerosol-uebertragung-an-a-e536b41a-c9f7-4566-9e6e-32ebf86a7251

Ursprünglich auf Facebook am 04.01.2021 veröffentlicht.

Zeitgeschichtliche Einordnung

Der Beitrag vom 4. Januar 2021 ist eine polemische Pandemie-Notiz: Er kritisiert, dass einfache Mund-Nasen-Bedeckungen bei Tanz, Nähe und Innenraum-Aerosolen als trügerische Sicherheit wirkten, und fordert früher bzw. klarer FFP2-Masken. Damals war die Aerosolfrage tatsächlich institutionell umkämpft: Die WHO hatte am 9. Juli 2020 Aerosolübertragung außerhalb medizinischer Aerosol-Prozeduren vorsichtig als möglich diskutiert, aber noch mit erheblichen Unsicherheiten formuliert. (who.int)

Was danach geschah

Kurz nach dem Artikel änderte Deutschland die Maskenpolitik: Am 19. Januar 2021 beschlossen Bund und Länder medizinische Masken in Geschäften und ÖPNV; Stoffmasken reichten dort nicht mehr. (pendlerinfo.org) Das BMG dokumentierte zudem seit Dezember 2020/Januar 2021 die Versorgung bestimmter Risikogruppen mit FFP2-Masken. (bundesgesundheitsministerium.de) Spätere Modell- und Laborevidenz stützte die Überlegenheit gut sitzender FFP2/KN95-Masken deutlich; zugleich zeigte sie, dass auch medizinische Masken das Risiko gegenüber keiner Maske senken können. (mpg.de)

Einordnung der damaligen Einschätzung

Die Kritik an der späten Aufwertung besserer Masken wurde teilweise bestätigt. Die pauschale Abwertung von MNS/OP-Masken als praktisch wirkungslos ist dagegen zu stark: spätere Studien fanden Nutzen, aber abhängig von Sitz, Material, Tragepraxis und Kontext. Die Cochrane-Auswertung randomisierter Studien blieb 2023 vorsichtig/inconclusive, was eher Unsicherheit über Maskenprogramme als einen Beweis der Wirkungslosigkeit bedeutet. (cochrane.org) Die Befürchtung „der Sommer kommt ja bald“ wurde politisch nur kurzfristig bestätigt: Schon im Januar 2021 folgte eine Verschärfung.

Quellenlage

KI-generierte zeitgeschichtliche Einordnung, generiert im Mai 2026.