FFP2-Masken als teurer Apothekenlauf

· Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 140 von 497

#Chemnitz#Sachsen#Corona#Gesundheit

Derzeit werden über eine Million Menschen über 60 Jahre in Sachsen (auch "Risikogruppe" genannt) aufgefordert, sich zur nächsten Apotheke zu begeben und sich dort mit ihren nicht vor Viren schützenden Stoffmasken, Schals etc. in lange Schlangen zu stellen, um dann gegen Preisgabe ihrer persönlichen Daten drei recht gut gegen Viren schützende FFP2-Einmal-Masken zu erhalten. Die Apotheken ächzen unter dem Ansturm, auch wenn sie für jeden Kunden 18 Euro bekommen (bei einem Einkaufspreis von unter 3 Euro).

Diese drei FFP2-Masken passen übrigens in einen Standardbrief-Umschlag und lassen sich für unter einem Euro personalisiert versenden. Adressen und Alter sind den Meldeämtern bekannt, um z.B. die amtliche Wahlbenachrichtigung persönlich zuzustellen und können dort teilweise auch kommerziell erworben werden, so wie es z.B. im Vorfeld von Wahlen gemacht wird, um potentielle Wähler persönlich mit Briefen von Vorzügen der Kandidaten zu überzeugen.

Hat jemand eine Erklärung, warum trotz Schließung von Läden, Ausgangsbeschränkungen etc. eine Gefährdung der Risikogruppe riskiert wird und 18 Euro ausgegeben werden, statt 4-5 Euro pro Brief inklusive der Masken?

Im Januar sollen die Krankenkassen per Briefpost übrigens Coupons für die Abholung weiterer Masken versenden. Die scheinen die richtigen Adressen also auch zu haben und könnten statt Coupons auch gleich Masken senden.

Ursprünglich auf Facebook am 18.12.2020 veröffentlicht.

Zeitgeschichtliche Einordnung

Der Beitrag vom 18. Dezember 2020 kritisierte keine Masken an sich, sondern die Organisationsform: vulnerable Menschen sollten in Apotheken gehen, statt Masken per Post zu erhalten. Das mitgelieferte Bild – FFP2-Masken in einem Standardumschlag – stützt genau diese damalige Pointe: technisch wirkte Versand plausibel. Belegt ist: Der Bund ließ ab Mitte Dezember 2020 zunächst drei FFP2- bzw. vergleichbare Masken über Apotheken abgeben; für Januar waren fälschungssichere Coupons der Krankenkassen vorgesehen. (aerzteblatt.de)

Was danach geschah

Die Coupon-Phase kam tatsächlich: Anspruchsberechtigte erhielten Berechtigungsscheine für weitere Masken. Medien und Verbände berichteten schon im Dezember 2020 über Andrang und lange Schlangen vor Apotheken; selbst die ABDA warnte, solche Schlangen seien aus Infektionsschutzgründen zu vermeiden. (faz.net) Später wurde die Kostenkritik eher bestätigt als entkräftet: Recherchen und der Bundesrechnungshof kritisierten die hohen Erstattungspreise; genannt wurden zeitweise sechs Euro pro Maske, später 3,90 Euro, bei deutlich niedrigeren Markt-/Großhandelspreisen. (tagesschau.de) Insgesamt flossen nach späteren Angaben rund 2,1 Milliarden Euro an Apotheken für die Maskenverteilung. (apotheke-adhoc.de)

Einordnung der damaligen Einschätzung

Die Ironie über den „teuren Apothekenlauf“ wurde in wesentlichen Punkten bestätigt: Schlangen, hohe Pauschalen und spätere Rechnungshofkritik passen zur damaligen Kosten- und Organisationskritik. Offen bleibt aber, ob der postalische Versand damals rechtlich, logistisch und qualitätssicher schneller gewesen wäre. Nicht belegt ist zudem eine konkrete Infektionswelle durch Apothekenschlangen. Die Aussage, Stoffmasken schützten „nicht vor Viren“, ist zugespitzt; spätere RKI-Einordnungen sahen Masken allgemein als zusätzlichen Schutz, ohne für Laien einen klar belegten Überlegenheitseffekt von FFP2 gegenüber medizinischen Masken in Alltagssituationen festzustellen. (rki.de)

Quellenlage

KI-generierte zeitgeschichtliche Einordnung, generiert im Mai 2026.