Augustusburg startet digitalen Bürgerdialog

Gestern hat die chemmedia AG die Bürger-App der Stadt Augustusburg auf www.augustusburg.app online gestellt, wo sich die Bürgerschaft auch ohne E-Mail und die einschlägigen sozialen Netzwerke untereinander per Text oder Videokonferenz austauschen kann, wo Hilfsangebote koordiniert werden und Informationen des Bürgermeisters jeden direkt erreichen.
Mittlerweile haben sich 180 Einwohner angemeldet. Demnächst werden noch Tablets verteilt, so dass auch hilfsbedürftige Menschen ohne Internet teilnehmen können.
Falls andere Gemeinden Interesse an dieser Unterstützung haben, können sich diese unter www.buergerdialog.digital oder direkt per Messenger bei mir melden.
Ursprünglich auf Facebook am 24.03.2020 veröffentlicht.
Zeitgeschichtliche Einordnung
Der Beitrag vom 24. März 2020 dokumentiert eine frühe Corona-Reaktion: Augustusburg nutzte eine browserbasierte Bürger-App zur lokalen Kommunikation, Hilfe-Koordination und Bürgermeister-Information. Das mitgelieferte Bild bestätigt den damaligen Krisenkontext: sichtbar sind „Augustusburg.app“, Beiträge von Dirk Neubauer zu Notbetreuung, Einkaufsservice und „#diStadtTV“; im Screenshot ist von 160 Nutzern die Rede, der Text nennt kurz darauf 180 Anmeldungen.
Was danach geschah
Später wurde digitale Beteiligung in Augustusburg nicht nur als Corona-Provisorium, sondern als dauerhaftes Stadtentwicklungsinstrument dargestellt. Eine unabhängige vhw-Schrift beschreibt „Mein Augustusburg“ als kommunale Plattform für Bürgerhaushalt/Crowdsourcing, gestartet 2018, mit jährlich 50.000 Euro Kofinanzierung und mindestens 40 Unterstützenden je Projektidee. (vhw.de) Eine Ausschreibung des Vereins „auf weiter flur“ nannte 2022 rund 800 vernetzte Bürger:innen, stellte aber zugleich fest, die „kreative Aneignung“ des digitalen Dorfplatzes bleibe aus. (aufweiterflur.org) 2025 schrieb die Stadt digitale Beteiligung für das INSEK fort und startete ein Crowd-Mapping; das ist als Projektstatus/Selbstdarstellung belegbar, nicht als Erfolgsnachweis. (stadt.augustusburg.de)
Einordnung der damaligen Einschätzung
Der Ausgangstext ist nicht ironisch oder kritisch, sondern unterstützend-werbend. In einzelnen Punkten wurde er bestätigt: Die App blieb offenbar kein Eintagsprojekt. Zugleich bleibt offen, wie repräsentativ die Beteiligung war, ob ältere oder offline lebende Menschen tatsächlich dauerhaft erreicht wurden und ob digitale Beteiligung politische Entscheidungen substanziell verschob.
Quellenlage
Belastbar sind vor allem Projektbeschreibungen, städtische Meldungen und eine vhw-Einordnung. Unabhängige Evaluationen zur Wirkung auf Teilhabe fand ich nicht.
Quellen:
https://www.vhw.de/fileadmin/user_upload/08_publikationen/vhw-schriftenreihe-tagungsband/PDFs/vhw_Schriftenreihe_Nr._37_Stadtmachen_digitale_Plattformen.pdf
https://www.aufweiterflur.org/jobs-literarischeintervention
https://stadt.augustusburg.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=70805
https://www.augustusburg.de/stadt/rathaus/aktuelles/meldungen/crowd-mapping/
KI-generierte zeitgeschichtliche Einordnung, generiert im Mai 2026.