Sachsen zögert bei FFP2-Masken

· Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 134 von 497

#Chemnitz#Sachsen#Corona#Gesundheit

Gestern +160 Tote pro Tag, vor allem in sächsischen Pflegeeinrichtungen. Die CDU denkt nun +12 Monate nach Beginn der Pandemie über den verpflichtenden Einsatz von FFP2-Masken in Pflegeeinrichtungen nach. Dem Vorbild des flächendeckenden Einsatzes von Bayern will man nicht folgen, da man Angst hat, nicht jeder könne eine FFP2-Maske bekommen, obwohl die in jeder Apotheke und in Drogeriemärkten zu haben sind. Den Linken ist ein flächendeckender Einsatz zu teuer.
Die Preise sind bei chinesischen Herstellern für CE-geprüfte Ware bei Kleinmengenbestellungen bis 100 Stück auf 15-20 Cent/Stück gesunken. Lieferzeit ca. 14-21 Tage. Zahlung auf Rechnung, wenn die Ware da ist inkl. Käuferschutz. 50 FFP2-Masken kosten 8,25 € inkl. Lieferung. Die Bestellung ist ungefähr so kompliziert wie das Buchen eines Impftermins, geht aber auf den chinesischen Servern schneller und ohne Abstürze. Daneben gibt es auch den einen oder anderen sächsischen Hersteller, die aber nicht auf den Handelsplattformen vertreten sind.
Was soll also dieses Rumgejammere in der Politik?

Dicht anliegende FFP-Masken schützen den Träger zuverlässig vor Viren. Diese Atemschutzmasken filtern auch kleinste Viren-Partikel und Aerosole aus der Luft. Bei FFP2 werden mindestens 95% der Partikel gefiltert. Die herkömmlichen Mund-Nasen-Bedeckungen erfüllen keinerlei Normen für den Selbstschutz, sondern dienen allenfalls als Spuckschutz. Aerosole gehen dort einfach durch.

Ursprünglich auf Facebook am 14.01.2021 veröffentlicht.

Zeitgeschichtliche Einordnung

Der Beitrag reagierte auf die dramatische Lage der zweiten Corona-Welle in Sachsen. Die Zuspitzung war im Kern zeittypisch: Am 14. Januar 2021 meldete ZEIT Online für Sachsen 266 binnen 24 Stunden registrierte Todesfälle, darunter je 33 in Chemnitz und im Landkreis Leipzig. Die konkrete Behauptung „vor allem in Pflegeeinrichtungen“ lässt sich mit den hier recherchierten Quellen aber nicht einzeln verifizieren. Das Bild zeigt eine FFP2/KN95-artige Maske mit CE-Kennzeichnung; es stützt den damaligen Anlass, beweist aber nicht die Qualität der abgebildeten Maske.

Was danach geschah

Sachsen führte kurz darauf tatsächlich eine FFP2-Pflicht in Alten- und Pflegeheimen ein: Die Änderungsverordnung vom 12. Januar 2021 galt ab 16. Januar und erfasste Beschäftigte sowie weitere zutrittsberechtigte Personen; Verstöße waren bußgeldbewehrt. Später wurde die Pflicht auf KN95/N95-vergleichbare Standards und weitere Pflege-/Arbeitskontexte ausdifferenziert. Parallel lief bereits seit 15. Dezember 2020 ein Bundesprogramm für kostenlose bzw. vergünstigte FFP2-Masken für Risikogruppen, später auch für ALG-II-Beziehende. (revosax.sachsen.de)

Einordnung der damaligen Einschätzung

Die Kritik am Zögern wurde teilweise bestätigt, weil Sachsen die Pflicht erst in der akuten Hochphase verbindlich machte. Sie wird aber auch relativiert, weil die Verordnung zum Artikeldatum bereits beschlossen, wenn auch noch nicht in Kraft war. Fachlich war der Hinweis auf besseren Eigenschutz berechtigt, aber überzeichnet: FFP2-Masken schützen nur bei dichtem Sitz zuverlässig; nach BAuA ist neben Filterleistung die Passung entscheidend. Zudem liegt FFP2 normativ bei mindestens 94 %, nicht 95 %. (baua.de)

Quellenlage

KI-generierte zeitgeschichtliche Einordnung, generiert im Mai 2026.