Corona-Test mit eingebautem Ansteckungsrisiko

· Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 160 von 497

#Chemnitz#Corona#Gesundheit#Verwaltung

Nachdem im März bereits in der Chemnitzer Messehalle eine hygienisch unzumutbare "Corona-Ambulanz" mit 140 offenen Krankenboxen eingerichtet wurde, um Kosten für den Leerstand der Messehalle auf das Gesundheitssystem abzuwälzen, setzt das städtische "Gesundheitsamt" jetzt noch eins drauf: Erkrankte Kinder mit Corona-Symptomen und deren Eltern müssen teilweise bis zu einer Stunde draußen vor einer Arztpraxis anstehen, bevor sie in einen Warteraum kommen. Die Kinder spielen im engen Warteraum nacheinander mit nicht desinfizierten Spielzeug (von Aerosolübertragung ganz abgesehen). Nicht jeder trägt eine Maske. Das Personal wirkt überlastet. Wer vor dem Corona-Test noch kein Corona hatte, hat gute Chancen, hier welches zu bekommen.

Ich hatte bereits Mitte März einen Drive-in vorgeschlagen[1], da eine Probenentnahme mit dem Wattestäbchen problemlos durch eine heruntergelassene Autoscheibe möglich ist. Passiert ist allerdings diesbezüglich nichts. Offensichtlich ist es zu kompliziert, irgendwo einen Container mit Fenster hinzustellen.

Wie riskant Ansteckungen sind, durfte kürzlich erst das Kulturhauptstadt-Team erfahren, welches wegen eines erkrankten Mitarbeiters geschlossen in Quarantäne musste. Die Stadtverwaltung schließt sich bis heute in den Rathäusern ein, um nicht in Kontakt mit der Bevölkerung zu kommen. Die Gesundheit der Bevölkerung scheint allerdings egal zu sein, Hauptsache es kostet die Stadtkasse nichts.

Mein letzter Test mit 15 Minuten Aufenthalt in der Messehalle kostete übrigens 42,35 € für die "Hygienemaßnahmen" und Empfangsprozedur + 152,43 € für den eigentlichen PCR-Test. Das Testergebnis war erst nach 5 Tagen online abrufbar.

[1] https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=2870999579656658&id=lars.fassmann

Ursprünglich auf Facebook am 16.09.2020 veröffentlicht.

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Zeitgeschichtliche Einordnung

Der Beitrag vom 16. September 2020 verbindet eine konkrete Beobachtung — Warteschlange, kranke Kinder, enger Innenraum — mit scharfer politischer Interpretation. Die mitgelieferten Bilder stützen den damaligen Anlass teilweise: Bild 1 zeigt eine Wartesituation vor einer Praxis-/Apothekenumgebung; Bilder 2 und 3 zeigen Rechnungen vom 11. Juni 2020 über 42,35 € sowie 152,43 € für PCR-Leistungen. Sie beweisen aber nicht, dass es dort tatsächlich zu Ansteckungen kam.

Was danach geschah

Belegt ist: Die Chemnitzer Corona-Ambulanz in der Messe startete im März 2020 mit 140 Behandlungsabteilen; Patientinnen und Patienten sollten zwar mit Pkw anreisen, getestet wurde aber in Boxen in der Halle. (welt.de) Ende Oktober 2020 zog die KV-Ambulanz wegen steigenden Testbedarfs in den ehemaligen Praktiker-Baumarkt an der Hermann-Pöge-Straße — mit mehr Räumen und zusätzlichem Personal. (radiochemnitz.de) Ein Drive-in für Corona-Schnelltests kam in Chemnitz erst am 1. April 2021, also deutlich später. (tag24.de)

Einordnung der damaligen Einschätzung

Die Kritik an Warteschlangen und gemeinsamer Nutzung enger Innenräume war epidemiologisch plausibel: SARS-CoV-2-Übertragung in Innenräumen, bei Nähe und längerer Exposition, wurde später klarer als Risiko beschrieben. (rki.de) Die konkrete Behauptung, man habe dort „gute Chancen“ sich anzustecken, bleibt jedoch eine zugespitzte Befürchtung; belastbare Nachweise für Infektionscluster an dieser Stelle fanden sich nicht. Die Forderung nach Drive-in-Lösungen wurde durch die spätere Praxis teilweise bestätigt. Die Kostenkritik wurde durch spätere Testverordnungen relativiert: kostenlose Bürgertests kamen bundesweit erst ab 8. März 2021. (bsg.bund.de)

Quellenlage

KI-generierte zeitgeschichtliche Einordnung, generiert im Mai 2026.