Bergamos Todesanzeigen als Warnsignal

· Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 223 von 497

#Chemnitz#Corona#Gesundheit#Presse

Ein kleiner Auszug aus der lokalen Tageszeitung "L'Eco di Bergamo" vom 13.3.2020 aus Italien. Die Seiten mit den Todesanzeigen haben sich vervielfacht. Betroffen sind vor allem Ältere, die eigentlich noch ein paar Jahre vor sich hatten.

Das bitte im Hinterkopf behalten, wenn Kinder in Zeiten der Schul- und Kita-Schließungen zur Betreuung bei den Großeltern abgegeben werden. Die meisten Infektionen passieren in der Familie und bei vielen Jüngeren wird eine Infektion gar nicht auffallen, die Älteren und Schwachen das Leben kosten kann.

Infektionswege werden von Politik und Verwaltung leider kaum thematisiert, während in den Medien Grenzschließungen in den Vordergrund gestellt werden. Das Virus ist da und ein bisschen Händewaschen und Desinfizieren reicht bei Kontakten innerhalb der Familie nicht!

Was jedem klar sein sollte: Ca. 70% der Bevölkerung muss erkranken und wieder gesund werden, bis eine Immunisierung der Bevölkerung hergestellt ist. Es ist darauf zu achten, dass zu den 70% nicht unbedingt Ältere und Schwache gehören.

Ursprünglich auf Facebook am 15.03.2020 veröffentlicht.

Zeitgeschichtliche Einordnung

Der Beitrag vom 15. März 2020 war ein frühes Warnsignal aus der ersten europäischen Corona-Katastrophenregion. Die mitgelieferten Bilder zeigen die Titelseite von L’Eco di Bergamo vom 13. März 2020 und mehrere dicht gefüllte Todesanzeigenseiten; schon zeitgenössisch wurde berichtet, dass diese Ausgabe außergewöhnlich viele Nachrufe enthielt. (agi.it)

Was danach geschah

Die spätere Datenlage bestätigte die Dramatik deutlich: ISTAT/ISS meldeten für März 2020 in der Provinz Bergamo eine extreme Übersterblichkeit; wissenschaftliche Auswertungen kamen ebenfalls zu sehr hohen zusätzlichen Todeszahlen, teils über den offiziell registrierten Covid-Toten. Für Nembro, einen besonders betroffenen Ort in der Provinz, zeigte eine BMJ-Analyse einen massiven Ausschlag der Gesamtsterblichkeit im März 2020. (istat.it)

Einordnung der damaligen Einschätzung

Die Warnung, Kinder nicht unbedacht zu Großeltern zu geben, wurde in der Stoßrichtung bestätigt: Haushalte und enge Familienkontakte erwiesen sich als wichtige Übertragungsorte; eine JAMA-Metaanalyse fand eine deutlich relevante sekundäre Ansteckungsrate in Haushalten. Auch die besondere Gefährdung Älterer wurde später breit bestätigt. (jamanetwork.com)

Relativiert werden muss die damalige Formulierung, „ca. 70 %“ müssten erkranken: Das entsprach frühen Herdenimmunitätsrechnungen, wurde aber durch Impfstoffe, Varianten, Reinfektionen und Schutzmaßnahmen komplexer. Die WHO betonte später ausdrücklich, Herdenimmunität solle über Impfung, nicht durch Durchseuchung, erreicht werden. (who.int)

Quellenlage

Die Bilder sind als damalige Kontextquelle stark, aber keine vollständige Sterbestatistik. Belastbarer sind Übersterblichkeitsdaten und peer-reviewte Studien.

Quellen:

KI-generierte zeitgeschichtliche Einordnung, generiert im Mai 2026.