Stadionmiete als nächster CFC-Hebel
Nachdem ich in meinem letzten Beitrag die haarsträubenden Umstände der Privatisierung der CFC Fußball GmbH beleuchtet hatte, folgt nun der letzte Akt der Ausplünderung öffentlicher Kassen und des gemeinnützigen Sportvereins. Der Insolvenzverwalter fordert für die weitere Bespielung des Stadions durch die privatisierte Kapitalgesellschaft ordentlich Geld, nämlich 750.000 Euro pro Jahr für die Regionalliga-Saison und vorsorglich schon mal 1,25 Millionen Euro pro Saison für die 3. Liga. Dafür darf das Stadion dann wahrscheinlich "Bollwerk gegen Rechts" heißen. Ich bin gespannt, ob die Stadtverwaltung das mitmacht oder sogar selbst an dem Schreiben an die Stadträte mitgewirkt hat. Immerhin hat der Insolvenzverwalter die Informationen aus erster Hand, wann die Insolvenz wirklich eingetreten ist und wann danach welche Beträge von der Stadt und von städtischen Gesellschaften unter städtischer Geschäftsführung in eine eventuell schon vorhandene Insolvenz gezahlt wurden. Als Alternative ständen dann strafrechtlich relevante Anzeigen und dass die Stadt die 6,2 Millionen Gutmachung an die Gläubiger leisten und alle eigenen Forderungen abschreiben muss. Das interessante dabei: Der Insolvenzverwalter macht seinen Job. Er holt das Maximale für die Gläubiger raus und versucht, "Arbeitsplätze" zu erhalten. Ganz nebenbei werden die reicher, die immer schon profitiert haben.
Ursprünglich auf Facebook am 20.10.2018 veröffentlicht.
Zeitgeschichtliche Einordnung
Der Beitrag vom 20.10.2018 ist eine polemische Intervention in der CFC-Insolvenz: damalige Aussage war, dass Stadionmiete bzw. Stadionnutzung als politisch-finanzieller Hebel genutzt werde, um öffentliche Kassen und den gemeinnützigen Verein zugunsten der ausgegliederten Fußball-GmbH weiter zu belasten. Der konkrete Anlass ist belegbar: Insolvenzverwalter Klaus Siemon warb 2018 gegenüber Stadträten für städtische Unterstützung von 750.000 Euro in der Regionalliga und 1,25 Mio. Euro in der 3. Liga; zugleich brachte er eine symbolische Umbenennung in Richtung „Weltoffenheit, Toleranz und Fairness“ ins Spiel. (bild.de)
Was danach geschah
Die Ausgliederung wurde vollzogen: Ende 2019 hielt der e.V. laut CFC-Protokoll weiter 51 Prozent, 11 Prozent waren verkauft, weitere 38 Prozent galten als mögliches Investorenpotenzial. Zugleich berichtete der Verein selbst über Finanzlücken, Sponsorenverluste nach dem 9. März 2019 und „von Hand in den Mund“-Wirtschaften. (chemnitzerfc.de) 2021 wurde das Insolvenzverfahren aufgehoben; der CFC blieb jedoch sportlich Regionalligist. (kicker.de) Die „Bollwerk gegen Rechts“-Ironie wurde durch die Ereignisse 2019 eher bitter bestätigt als entkräftet: Traueraktion für Neonazi Thomas Haller, Drohungen, Stadionverbote und gefestigte rechte Fanstrukturen prägten die Berichterstattung. (zeit.de)
Einordnung der damaligen Einschätzung
Die scharfe These der „Ausplünderung“ bleibt als Interpretation nicht abschließend beweisbar. Belegt ist aber, dass öffentliche Unterstützung, Stadionkosten, GmbH-Ausgliederung und Gläubigerinteressen eng verwoben waren. Die Prognose einer dauerhaften Privatisierungs- und Finanzierungslogik wurde teilweise bestätigt; die konkrete Drohung strafrechtlicher Anzeigen bzw. einer 6,2-Mio.-„Gutmachung“ ließ sich in der Recherche nicht belastbar nachweisen.
Quellenlage
Die Quellenlage ist gemischt: lokale Presse/BILD für das 2018er Schreiben; CFC-Protokolle als Selbstdarstellung; kicker/Radio Chemnitz für Insolvenzabschluss; ZEIT als kritische Einordnung rechter Fanmacht. Ergänzend zeigt die heutige Stadionordnung ausdrücklich Verbote gegen HooNaRa-, NS-Boys- und Kaotic-Bezüge. (chemnitzerfc.de)
KI-generierte zeitgeschichtliche Einordnung, generiert im Mai 2026.