Wolfsangst ersetzt keine sächsische Realpolitik

· Klima & Umwelt, Verkehr & Mobilität · 2 Min. Lesezeit · Artikel 367 von 497

#Chemnitz#Sachsen#CDU#Umwelt

In Deutschland wurden im letzten Jahr Menschen getötet
durch Jäger: 31
durch Wölfe: 0
durch Regenwürmer: 0
durch Feinstaub: 66.000

Zum Schutz von Schafen, Ziegen und Menschen sammelt die CDU Sachsen mit martialischer Werbung Stimmen, um "Konflikte mit Wölfen zu reduzieren" (Jäger sollen die abschießen), indem man mit einem winzigen Aufschrei aus Sachsen gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen, die Berner Konvention, die EU Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz anstinken will. Realpolitik sieht anders aus, aber darauf setzt man bei diesen und andere Themen schon lange nicht mehr. Mit dem Werbebudget ließen sich ja auch die Fördermöglichkeiten von Herdenschutzhunden oder Schutzzäunen zu bewerben, aber Realitätsverlust scheint eine sächsische Spezialität zu werden. Lang lebe dafür der Diesel, den zwar im Rest der Welt niemand mehr will, wo eine Umstellung sächsischer Politik aber wieder mal so eine verdammte Kraftanstrengung erfordert - und das alles wegen der Wähler, die verstehen angeblich die Wahrheit nicht, deshalb solange weiter Schönreden und Notlügen, bis das irgendwann hervorbricht.

Ursprünglich auf Facebook am 12.10.2018 veröffentlicht.

Zeitgeschichtliche Einordnung

Der Beitrag von Oktober 2018 reagierte auf eine CDU-nahe TAG24-Anzeige; das mitgelieferte Bild zeigt ausdrücklich „Anzeige“ und die zugespitzte Botschaft „Konflikte mit Wölfen in Sachsen sollen reduziert werden“. Die damalige Aussage war polemisch: Wolfsangst werde politisch stärker bewirtschaftet als realistische Herdenschutzpolitik. Die Behauptung, Wölfe seien für Menschen in Deutschland kein relevantes Todesrisiko, wird durch die DBBW-Einordnung im Kern gestützt: Wildlebende Wölfe stellen in der Regel keine Gefahr für Menschen dar; Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei. (dbb-wolf.de)

Was danach geschah

Die Wolfspopulation blieb in Sachsen ein reales Managementthema: Für 2024/25 nennt die Fachstelle Wolf 46 bestätigte Territorien, darunter 35 Rudel und 10 Paare. Sachsen verweist zugleich auf 100-Prozent-Förderung bestimmter Herdenschutzmaßnahmen. (wolf.sachsen.de) Auf EU-Ebene wurde der Schutzstatus später tatsächlich abgesenkt: Die Berner-Konventions-Änderung trat am 7. März 2025 in Kraft; der EU-Rat änderte im Juni 2025 die FFH-Einstufung von „streng geschützt“ zu „geschützt“. (consilium.europa.eu) Gleichzeitig blieb „einfach abschießen“ rechtlich und praktisch umstritten: DBBW betont, Bejagung setze u.a. einen günstigen Erhaltungszustand voraus; Einzelentnahmen sind nur unter Bedingungen möglich. (dbb-wolf.de)

Einordnung der damaligen Einschätzung

Bestätigt wurde die Kritik am Alarmismus gegenüber Menschen. Relativiert wurde der spöttische Ton gegenüber Weidetierhaltern: Nutztierrisse, Schutzaufwand und Streit um Rissbegutachtung blieben real; Bauernzeitung und Gerichtsberichte zeigen Kritik aus der Praxis und rechtliche Konflikte. (bauernzeitung.de) Die Prognose, Sachsen könne gegen internationales Recht nur symbolisch „anstinken“, wurde teilweise relativiert: Nicht Sachsen allein, aber die EU änderte später die Schutzarchitektur.

Quellenlage

KI-generierte zeitgeschichtliche Einordnung, generiert im Mai 2026.